Allergiebehandlung

Zur Behandlung allergischer Erkrankungen (Heuschnupfen) gibt es verschiedene Konzepte.

Grundsätzlich sollte, wenn möglich das allergieauslösende Allergen vermieden werden. In diesem Fall spricht man von der Karenz des Allergens. Sie ist die wirksamste kausale Methode. Leider lässt sich eine solche Allergenkarenz nur bei wenigen Allergenen effektiv durchführen. Bei Pollenallergenen von Bäumen, Gräsern oder Kräutern ist eine Allergenkarenz kaum möglich. Ebenso können Hausstaubmilben nur durch häufige und intensive Wohnraum“sanierung“ vom Allergiker fern gehalten werden. Etwas einfacher ist sicherlich die Karenz bei Haustieren (Katze, Hund), wobei immer daran zu denken ist, dass diese Allergene in öffentlichen Umgebungen (Schule, Kino, Cafés, usw.) vorhanden sein können. 

Neben der Allergenkarenz spielt die Behandlung mit antisymptomatischen Arzneimitteln eine wichtige Rolle in der Allergietherapie. Hier kommen Arzneimittel zum Einsatz, die vielfach die Symptome Ihrer Allergie lindern, indem wichtige Botenstoffe (Histamine, Immunglobuline, usw.) quasi „abgefangen“ werden. Diese antisymptomatische Therapie ist zum Teil frei verkäuflich bzw. wird auf einem sogenannten „grünen Rezept“ verordnet, oder Allergiker erhalten diese vom ihrem Arzt verordnet als rezeptpflichtiges Arzneimittel. Wichtig zu wissen ist, dass antisymptomatische Arzneimittel nur die Symptome der allergischen Erkrankung bekämpfen und nicht zu einer dauerhaften Heilung der Allergie führen können. 

Im Gegensatz zu den antisymptomatischen Arzneimitteln ist die spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) die einzige kausale Arzneimitteltherapie, die die Allergie dauerhaft behandeln kann. Die spezifische Immuntherapie behandelt die Ursache der allergischen Erkrankung und kann für eine „Regulierung“ des Gleichgewichtes des Immunsystems sorgen. Dabei erhält der allergische Patient das allergieauslösende Allergen über einen Zeitraum von 3 bis 5 Jahren entweder täglich, mehrmals wöchentlich oder monatlich mit einer definierten therapeutischen Dosis, so lange, bis sich das Immunsystem an das Allergen „gewöhnt“ hat, und dieses nicht mehr als „Feind“ erkennt. Mittlerweile sind für diese Behandlungsmethode gute Erfolge nachgewiesen worden. Insbesondere bei Bienen- und Wespengiftallergikern zeigt eine solche Hyposensibilisierung außerordentlich hohe Erfolgsquoten. Aber auch bei der Behandlung von Pollen-, Hausstaubmilben- oder Katzenhaarallergien sind gute Erfolge nachgewiesen worden. Die spezifische Immuntherapie kann entweder in Form einer Spritzentherapie (subkutane Hyposensibilisierung) oder in Form von Tropfen oder (neuerdings auch) Tabletten (sublinguale Hyposensibilisierung) angewendet werden. Welche Form der Hyposensibilisierung für den jeweiligen Patienten am geeignetsten ist, sollte mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.

Schließlich ist der letzte „Baustein“ zur Behandlung einer Allergie die Patientenschulung.

Richtig mit seiner Allergie leben fördert die eigene Lebensqualität. Dazu bieten Patientenorganisationen wie z.B. der deutsche Allergiker- und Asthmatikerbund (DAAB. e.V.) wertvolle Tipps zur Allergenvermeidung, zu diätetischer Ernährung, Wohnraumsanierung etc. an. Unter www.daab.de sind dazu weitere Hinweise zu finden. Auch für die Behandlung der allergischen Erkrankung mit symptomatischen Arzneimitteln oder mittels einer Hyposensibilisierung ist es wichtig, sich vom behandelnden Arzt genau über die richtige und dauerhafte Einnahme des Arzneimittels informieren zu lassen. Schließlich ist der wichtigste Parameter für eine erfolgreiche Allergietherapie die aktive Beteiligung des Allergikers. Dazu gibt es für Patienten individuelle Patienteninformationen zur jeweiligen Therapie beim Arzt.

Die nachfolgende Graphik zeigt die 4 Therapieoptionen im Überblick: 

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Welche Vorteile eine spezifische Immuntherapie bietet, ist im folgenden Abschnitt nachzulesen.

01/09/2013